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Training versus Einsatz

Es wird viel darüber diskutiert, dass Einsatz und Training zwei verschiedene Bereiche sind. Der gedankliche Schwerpunkt liegt im Bestehen einer Prüfung, was noch nicht bedeutet, dass das Team für den Einsatz gerüstet ist. So wird recht viel der Ausbildung im Bestehen der Prüfungen gelegt, anstatt über  

Rückblickend muss ich anfügen, dass in den Anfängen bei den Ausbildungen im Diensthundwesen, die abzulegende Prüfung einen hohen Stellenwert hat. Der Status für den Einsatz des Einsatzmittel Hund wird durch das Bestehen einer Prüfung rechtlich abgesichert. Im Bereich des Rettungshundewesens liegt der Status anders. Hier geben sich die verschiedenen Hilfsorganisationen einen eigenen Prüfungsrahmen für den speziell ausgebildeten Haushund. Eine rechtliche Grundlage wie beim Diensthund gibt es nicht.  

Grundlegend werden mit dem Gedankenansatz einer helferorientierten Ausbildung situativen Trainingseinheiten für die Hunde gestaltet. Wichtig in dieser Vorgehensweise, den Hund auf die verschiedensten Situationen im Verhalten einer aufgefundenen Person vorzubereiten. Nicht anders wird es im Rettungshundewesen bewerkstelligt. Auch dort gibt es umfangreiche Erfahrungen im trainieren von sogenannten Opferbildern.  

Spezielle Helferbilder, wenig Erfahrung in der Ausbildung von und mit Hunden, keine Ausbildungsstruktur, Fehlinterpretationen von hundlichem Verhalten können die Vielfalt eines Einsatzes nicht nachstellen. Betrachtet man sich eine Ausbildungsstruktur dann ist diese auf die Problembewältigung ausgelegt, anstatt den Hund für seine Aufgabe zielgerichtet vorzubereiten. 

Jeder Einsatz schreibt seine eigenen Regeln und wenn man täglich damit konfrontiert wird, stellt man selber fest, dass Defizite seitens des Hundes/ Teams einschneidende Ergebnisse zur Folge haben. So auch im Rettungshundewesen. 

In vielen Trainingseinheiten hat man sich beschränkt und verschiedene Verhaltensweisen von Personen trainiert. Im Training funktioniert es in Perfektion. Auch das Bestehen der Prüfung hat gezeigt, dass die vermeintlichen Standards erfüllt werden. Trotzdem ist die Arbeit in einem Einsatzgeschehen eine gänzlich andere. Der „gut“ ausgebildete und geprüfte Hund zeigt nicht an. Im Nachgang wird dann die im Einsatz vorgefundene Antreffsituation im Trainingsbetrieb geübt, bis diese auch sicher durch den Hund gelöst wird. 

Selber in den mehr als 2 Jahrzehnten Einsatzbewältigung aufgrund der vorgegebenen Trainingsmethoden hinreichend und mit einer gewissen Bitternis erlebt. Es bedurfte viel Zeit sich aus nicht zielführenden Ausbildungssystematiken zu verabschieden. Ergebnisse gab es. Die gewonnenen Erkenntnisse waren eher ernüchternd.   

Lernen für Hund und Mensch funktioniert anders. Trainingsgegebenheiten für den Hund klar, einfach und funktionell zu gestalten, wird in jedem Fall schwierig. An diesem Punkt spielen auch viele Erfahrungswerte aus den zusammenarbeitenden Gruppen ein wichtige und hohe Rolle. Ein situativ aufgebautes Training bringt zum Teil bei vielen zutreffenden Komponenten aus dem Training auch im Einsatz ein Ergebnis. Über die Zeit liefert es nicht die benötigte Sicherheit um in einem Einsatz später die aufkommenden Stressfaktoren sicher bewältigen zu können. 

Im Laufe der Jahre hat es sich gezeigt, dass man in diese Aufgabe herein wachsen muss. Erst mit dem Wissen zum heutigen Tag ist mir bewusst, dass die Ausbildung, so wie sie durchgeführt wurde, nur teilweise zum Ziel führen konnte. Die Schwerpunkte sind an anderen Stellen zu setzen, so dass der Hund auch verstehen kann, was sein Job ist. 

Die geforderte Prüfung kann in einem Trainingsprogramm nur ein Beiwerk sein und nicht das Haupterfordernis, da sie im Gegensatz zu einem Einsatzgeschehen immer mit gleichbleibenden Ausgangssituationen aufwartet, selbst wenn sich Prüfer und Örtlichkeiten ändern. 

Ein Einsatz ist spontan. Die Vorgaben sind nie vollständig, vielmehr ergeben sich unbekannte Größen, die man in der Beurteilung und späteren Ausarbeitung wahrnimmt. 

Sich mit wenigen Vorgaben auf das wesentliche zu beschränken und klare Aussagen über das Arbeitsverhalten seines Hundes treffen zu können, ergeben sich aus einem Teamtraining, was ich nicht nur aus dem Bereich des ManTrailing, sondern auch aus dem Bereich der Spürhundausbildung kenne. 

Wichtig bei einer solchen Ausbildung ist es, dass der Hund die Grundlagen kennt und der Hundeführer weis, um was es geht. Es gibt kein raten und austesten. Der Hund folgt dem Scent und reagiert darauf, wenn er ihn verloren hat. Das heißt für einen Trainingsaufbau ist es wichtig sich selbst Sicherheit zu schaffen. 

Kleine Aufgaben kontrolliert durch einen Instruktor zu lösen, ergeben zusammen mit einer zielgerichteten Grundlagenausbildung ein auf Dauer nutzbares Ausbildungssystem. Dabei ist es wichtig die kleinen Erfolge auch gebührend zu nutzen. Eine Motivationsarbeit ist ein Grundstein, den man sich sehr gut zu Nutzen machen kann. Solch eine Übung ohne jegliche Absprachen zu laufen und den Hund dabei zu sehen, fühlen und auch hören zu können, zeigt auf, was man alles am Ende falsch machen kann

Das heißt weiter, dass dem Hund über einen langen Zeitraum in einem Übungstrail nur ein Schwierigkeitsgrad angeboten wird. Konzentrationsfähigkeit erlangt man nicht durch lange Trailverläufe, vielmehr ergibt sich eine beständige Verfolgung erst durch einen sinnvollen in kleinen Schritten geführten Grundaufbau. Es ist ein Spiel, dass geführt von Motivation, Emotionen und dem richtigen Rabbit zum Ziel führt. 

Wir, als Menschen, vergessen es all zu oft.