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Das sichtbare und unsichtbare Band

Es ist der Stoff aus dem Diskussionen erwachsen. Die sichtbare Verbindung eines Teams bei der Ausarbeitung eines Spurverlaufs. Ob nun die Materialfrage, die Länge oder die Handhabung, die Meinungen sind da sehr verschieden.

 

Mit dem Grundgedanken, dass der Hund aufgrund seiner olfaktorischen Fähigkeiten eine Informationsquelle ist und durch seinen Verhaltensweisen uns am Ende der Leine den Spurverlauf verdeutlicht, ist die Nutzung einer Leine individuell zu sehen. Konkret kann man nur etwas von dem Arbeitsverhalten des Hundes verstehen und auch sehen, wenn dieser die Möglichkeit erhält, seine Fähigkeiten gleich seinem Verhalten nutzen zu können. 

Rückblickend hat es die unterschiedlichsten Verfahrens- und Handlinghinweise für die Leine gegeben.Die Materialfrage aussen vorlassend, befassen wir uns mit der Handhabung und einer nutz- wie händelbaren Länge der Leine.

 Der Hund mit seinen Fähigkeiten ist der Informationsgeber und das Ende der Leine muss ihm folgen, waren die ersten Einweisungen bei den unterschiedlichsten Grundlagentrainings. Erst zu einem späteren Zeitpunkt wird einem klar, dass Trainingsgrundlage und auch das Leinenhandling eng miteinander verbunden sind. Beide entscheiden über das Lesen von Verhaltensweisen, wenn sie genutzt werden und die Zusammenarbeit zwischen Hund und HF. 

Die Teamarbeit kann nur funktionell umgesetzt werden, wenn der HF seinem Hund auch den Raum zur Informationsgewinnung gibt. In vorherigen Ausführungen wurde auf die Geländestrukturen, baulichen, wind- und witterungsbedingten Dispositionen bei der Ausarbeitung eines Spurverlaufs hingewiesen. Um nun die Informationen des Hundes auf dem Spurverlauf verstehen zu können, braucht es die nötige Länge der Leine um die hundlichen Verhaltensmuster nachvollziehen zu können. Auch da kommt es zu Meinungsverschiedenheiten. Die einen benötigen mehr als 10m und die anderen nur 3m. Aus eigener Erfahrung haben sich Längen um gut 7m bewährt.

In zweierlei Hinsicht: zum einen hat man in einem belebten städtischen Bereich nicht soviel Leinenrest in den Händen. Auf der anderen Seite gibt die Länge auch die nötige Distanz um bei sich öffnenden baulichen Begebenheiten Informationen bekommen zu können, wenn man den Hund dann auch auf Distanz lässt. Das Zusammenspiel zwischen Hund und HF wird auf dieser Leinenlänge harmonisch. Es gleicht einem Tanz ungleicher Partner. Für den HF selbst gibt es keinen Stillstand, solange der Hund arbeitet. 

Auf Basis einer motivationsfördernden Trainingsstruktur ergibt sich im Laufe der Zeit dann das unsichtbare Band zwischen den ungleichen Partnern. Das Zusammenspiel funktioniert, heißt, wenn sich etwas im Verlauf der Spurenlage verändert, etwa durch Geländeveränderungen sowie bauliche Strukturen, zeigt der Hund dies durch deutliche Verhaltensänderungen auf. Da seine olfaktorische Fähigkeiten das Kapital des Teams sind, kann nur er diese Veränderungen durch seine Körpersprache verdeutlichen. 

Wir selbst haben diese Fähigkeiten nicht und können nur durch das Verhalten des Hundes die fortlaufende Spur erkennen. So werden Richtungswechsel aus den unterschiedlichsten Faktoren überlaufen und erst dann durch auffälliges Verhalten abgegrenzt. 

Je mehr man sich auf den Hund einlässt, ohne ihn zu manipulieren, umso sicherer zeigen sich die Ansätze zu den zu Beginn des Blogs erklärten Verhaltensweisen und lassen sich durch geeignete Trainingstools verdeutlichen wie bestärken. 

Den Hund bei seiner Ausarbeitung Sehen, Hören und Fühlen wird mit dem sichtbaren Band, der Leine bewerkstelligt. Durch geeignete Trainings, fachliche Ausbildungen sowie fortwährender Nutzung gleichbleibender Ausbildungsstrukturen wird das unsichtbare Band gestärkt. Das „Bauchgefühl“ wird trainiert und das Ende der Leine versteht seinen Partner, wenn er abgelenkt ist und etwas anders wird. Hier braucht es eine unbestimmte Zeit um auch die Details und Kleinigkeiten im Verhalten des Hundes erfassen zu können.