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Die Sache mit den Scentartikeln

Um das Thema rund um den Scentartikel(SA) ranken sich viele Diskussionen, insbesondere um das Wie und Warum. Die Meinungen sind so vielfältig, wie die Möglichkeiten, was ein SA sein kann. Hier eine kleine Abhandlung, die zum Nachdenken anregen soll. 


Aufgrund der Vielfältigkeit und dem allgemeinen Verständnis werden bei der Sicherung, Handhabung wie auch dem Präsentieren für den Hund viele Unstimmigkeiten in Kauf genommen. Viel zu schnell ist man nach der anfänglich offenen Präsentation auf dem Boden in der Tüte oder einem Glas. So mancher Hund kann die Zusammenhänge nicht umsetzen und beschäftigt sich bei kleinen Grundübungen mit Dingen, die ihn interessieren. Für die spätere Umsetzung ergeben sich Schwierigkeiten, die nicht unbedingt zu lösen sind. Im Vordergrund des eigentlichen Trainings stehen viele NoGos, Länge, Schwierigkeiten wie auch Alter des Trails und andere Dinge.


Der komplexe Trainingsaufbau ist darauf ausgelegt zum Ziel zu kommen, sprich zum Fund. Später in der Realität zeigt es sich, dass einige wichtige Puzzleteile in dem Ganzen fehlen und das Team nicht mit der im Training antrainierten Routine auf der Spur unterwegs ist.
Unabhängig der gewählten Ausbildungsstruktur ist der offen ausgelegten SA und ein abgehenden Spurverlauf ein wichtiges Puzzleteil. Als Scent-Article-Start-Intensity ist es genau der Part um dem Hund sein Spiel zu vermitteln.


Für den Beginn ist ein großer SA auf einem freien Wiesengelände ein guter Anfang. Je nach Hundetyp ist das Interessant machen des SA unterschiedlich. Bei denen Hundetypen, die aufgrund gewählter Ausbildungsstruktur übermotiviert sind, kann ein Start vor einer Wand hilfreich sein.
Für den Einstieg liegt auf dem SA wenig Anspruch in Bezug auf das Material. Hat der Hund verstanden, dass er über den am SA haftenden Geruch der Person über die Spur zum Ziel kommt, ist es wichtig den Anspruch an den SA im Training zu ändern.


Das ausgewählte Material, ob Stoff, Zellstoff, sonstige Gewebearten oder andere Gegenstände wird in jeglicher Art und Weise mit den Schweißarealen am Körper in Kontakt gebracht. Da geht es vom Abwischen der Stirn, über Abreiben der Achselhöhlen, langem Tragen am Körper um starke Kontaminierung des Individualgeruchs. In der Regel wird recht einseitig mit den gleichen Materialien trainiert.


Um die Nutzung der SA sinnvoll gestalten zu können, ist mit einem Minimum an Geruch auf unterschiedlichsten Material im Training fort zu führen. Wichtig auch der bloße Kontakt mit festmontierten Gebrauchsgegenständen, wie Sitzbänken, Fenstersimsen, etc. Selbst Fußabdrücke und Liegestellen auf gewachsenen Böden ermöglichen es dem Hund eine Spur aufzunehmen. Die Übertragung auf Asphalt oder andere versiegelte Flächen ist erst nach einiger Zeit möglich.
Bei einer durchdachten Nutzung und Darbietung des SA beginnt schon bei den ersten Übungen für den Hund eine spannende Geruchsdifferenzierung. Bei einem zielgerichteter Aufbau können schon im Anfang kontaminierten Bereichen bis hin zu Zugängen von Einkaufzentren genutzt werden. Kurze Startsequenzen mit einem offen liegenden SA geben in den Wiederholungen dem Hund die Sicherheit. Bei aufkommenden Unsicherheiten ist der Grundschritt auf der freien Wiesenfläche als Grundschritt zu wiederholen.


Ziel ist es, eine schnelle und sichere Zuordnung der Geruchsprobe zu einem vorhandenen Spurverlauf zu erlangen. In einer Vielzahl an Startsequenzen stellen wir fest, dass der Hund in über 90% der Übungen richtig startet.


Auch kann man durch ein solches Training den Punkt erreichen, dass „gute“ von „schlechten“ Scentartikel durch das Verhalten des Hundes herausgefunden werden können. Das Training in diesem Bereich ist umfangreich, variantenreich und fordert hohe Anforderungen.
Ist man sich über den Nutzen eines sachlichen Umgangs mit den SA und die beim Anriechen wie auch Ausarbeitungen in einem möglichen Startbereich zu erlangenden Informationen bewusst, ergeben sich viele Hinweise zu einem möglichen Trail. Nur weil Training auf das Auffinden einer Person abgestellt ist, erreicht das ständige Austesten und trainieren langer wie alter Trailverläufe nicht das erklärte Ziel eines Fundes.


Das Thema Mantrailing ist sehr komplex. Will man erfolgreich sein, muss man die Trainingsschwerpunkte mehrfach überdenken und viele Erfahrungen aus den unterschiedlichsten Situationen ziehen um Ergebnisse erlangen zu können. 

Ergebnisse beginnen mit einem sicheren Start des Hundes, den Erfahrungen aus unzähligen Trainingseinheiten und Erfahrungen im Abgleich der erlangten Informationen durch das Handeln des Hundes.


Was man nicht vorbereitet, kann man später nicht abrufen.