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Grundlagentraining Lesen des Hundes/ Teamtraining 

Fragen über Fragen werden zum Lesen des Hundes gestellt. Beantworten geht aufgrund der unterschiedlichen Erfahrungen und menschlichen Gedankenansätze sowie der Diskussion über die Methodenvielfalt nur bedingt.



Wie erlangt nun der nicht so versierte HF die Möglichkeit seine Erfahrungen zu sammeln und damit auch seinen Hund zu verstehen. Der Weg um auf beiden Seite eine Zuverlässigkeit, Stabilität und Beständigkeit zu erlangen, ist lang, steinig und erfordert eine Menge Geduld. 

Zum Verständnis nochmal ein paar Ausbildungshintergründe, die schon an anderer Stelle im Zuge des Roten Fadens aufgeführt wurden: 

Definition - der Intensity(Motivationsübung) ist eine kurze, fokussierte Übung, die das Interesse des Hundes kontrolliert auf eine vorgegebene Spur bringt und einen hohen Spassfaktor vermittelt.

Der Intensity unterliegt Regeln, die es gilt in jedem Training zur Anwendung zu bringen. Es langt nicht sich nur mal gelegentlich daran zu halten.  Vielmehr werden mit jeder Änderung, körpersprachlichen Beeinflussung durch den HF wichtige Lernprozesse gestört und die Möglichkeit, Stabilität in der Teamarbeit zu erlangen, verfehlt. 

In der Regel werden an einem Trainingstreffpunkt zu unterschiedlichsten Wetter- und Witterungsbedingungen Spuren gelegt, die das Team ausarbeiten muss. Ein solches Training unterliegt Regeln wie auch Unwägbarkeiten und soll das Team, mit Hintergrund der Bewältigung auf Einsätzen, auf unbekannte sowie unvorhersehbare Bedingungen vorbereiten. 

Zum einen sollen Informationen durch den Hund eingeholt werden und der Aufenthaltsort des Runners gefunden werden um Hund und auch HF die Möglichkeit zu geben ihr angestrebtes Lernziel erreichen zu können. Je nach Tagesverfassung des HF wird dies unter Umständen schwierig werden. Selbst bei der schon ixten Wiederholung können die Frustrationsgrenzen des HF arg strapaziert werden. Der Hund selbst ist den Stimmungsschwankungen des HF ausgesetzt und im wahrsten Sinne des Wortes werden die Emotionen über die Leine übertragen. Der Hund merkt recht deutlich, ob sein HF zum Trainingszeitpunkt Teamplaner ist oder nicht. 

Drum hat sich aus den unzähligen Diskussionen und auch Trainings ein Regelwerk ergeben, was sich in verschiedene Schlagworte unterteilt:

Zeitfenster: 2-10min. für jede Übung. In dem angefügten Zeitraum sind auch Distanzen von 1000m zu bewältigen, doch ist es nicht das Ziel einer Grundlagenarbeit. Vielmehr soll die Motivationsbereitschaft in einer Balance gehalten werden, die es dem Team ermöglicht, später bei belastenden Trainingseinheiten richtig reagieren zu können.  

fokussierte Übung: erlaubt es den Spurverlauf zu isolieren, problematische wie auch belastende Ablenkungen und daraus folgende kritische Verhaltensweisen zu korrigieren. Schwierigkeiten werden durch den Hund ausgeblendet und es erfolgt die gewünschte Arbeit und nicht das Abdriften in eigene Interessen. Gibt dem HF auch Zeit den Hund zu verstehen und Überlastungen wie auch Einschränkungen des Hundes erkennen zu können.

erarbeiten: mit Zweck und gewünschten Ergebnis, das gemessen werden kann. Deshalb muss jede Übung seitens des Instruktor/ HF geplant werden. Bedeutet dem Team Sicherheit geben und nicht jedes Training am Limit laufen.

unterrichten: neue Varianten und Komponenten dem Hund vermitteln um die Möglichkeiten von Erfahrungen zu schaffen, die dem Team im späteren Miteinander weiter helfen kann. 

üben: da Hunde durch Wiederholung lernen, ist es wichtig Übungen unter kontrollierten Bedingungen auszuführen, um ein Verhalten fest zu etablieren. Was nicht heißt, dass alles immer unter dem Motto bekannter Spurverlauf erarbeitet werden muss. Recht früh kann man gerade im Grundlagentraining den HF über den Spurverlauf nicht in Kenntnis setzen um seinen Blick auf die Verhaltensweisen des Hundes zu bringen. 

natürliche Verhaltensweisen des Hundes: aufgrund der Übungen werden nur bestimmte natürliche Verhaltensweisen des Hundes herausgearbeitet und bestärkt, die für die Sucharbeit benötigt werden. Bewußt durch Ausnutzen der Trainingsörtlichkeiten diese Verhaltensweisen hervorrufen, das Verständnis des HF schulen und durch Wiederholungen festigen.  

Übungsgelände: wichtig ist der ständige Wechsel der Trainingsörtlichkeiten und das Trainieren auf großen, freien Flächen, um das Verhalten sowie die natürlichen Verhaltensweisen des Hundes bei der Ausarbeitung eines Spurverlaufs kontrollieren und selbst verstehen zu können. Freie Flächen sind von wind- und thermisch beeinflussenden Faktoren weitestgehend frei und ermöglichen beiden eine ungestörte Ausarbeitung. Später im urbanen Bereich ergeben sich schnell die durch das Wetter und die Bebauung herbeigeführten Beeinflussungen des Spurverlaufs, die besondere Beachtung bedürfen. 


unmittelbares Feedback: Lob, wenn das Verhalten korrekt war. Eine Korrektur (Line-Check und Unmutslaut ) wenn es falsch war. Das kann nur funktionieren, wenn der HF die Verhaltensweisen seines Hundes versteht. 


Auch bei dem HF ist ein unmittelbares Feedback nötig um ihn auf seine eigene beeinflussende Körpersprache hinzuweisen. 

mit hohem Spassfaktor für den Hund: es ist ein Spiel und es muss dem Hund Spass bereiten, dann will er dieses Spiel immer spielen. Die negativen Einflüsse werden je nach Intensität des Spiel weiter in den Hintergrund rücken und eine Stabilität bei der Ausarbeitung von Spuren erbringen. 

Über die Jahre hat sich gezeigt, dass es recht schwierig ist, solchen Regeln konsequent zu folgen. Egal in welchem Trainingsbereich verfiel man schnell dazu, gewisse erkannte Schwierigkeiten, Verständnisprobleme, Bewegungsabläufe, Schnelligkeit weg zu lassen, vereinfachen und auslassen zu können. 

Die wahrgenommen Veränderungen im Verhalten des Hundes und des HF, weil er jetzt seinem gedanklich gefassten Stil folgte, haben kurze Zeit später auch diesen Regelbruch recht deutlich werden lassen. 

 

-starkes Einbremsen über die Leine hat dazu geführt, dass die Motivation des Hundes sank

-recht früh unmotiviert eingefügte Übungen ließen den Hund seinen eigenen Interessen deutlicher verfolgen, als seinem Job      

 nachzugehen

-Ablenkungen wurden deutlicher wahrgenommen

-es litt die Stabilität und Zuverlässigkeit

-die Körpersprache wurde diffuser, der HF ungeduldiger

 

Abweichungen von Regeln sind für das Verständnis und die Erfahrung gut, doch zeigt sich schnell, was die herbeigeführten Veränderungen zur Folge haben. Es erdet einen selbst ungemein, wenn die Teamarbeit instabil wird.

Auch zeigte sich, dass längere, ältere Spurverläufe schwierig zu meistern war. Das Eingreifen des Instruktors wurde erhöht und es erfolgten vielmehr geführte Trainings, als das der HF seine Entscheidungen auf der Spur selber fasste und an seinen Fehlern lernen konnte. So hat sich für die Grundlagenarbeit der nachfolgende Trainingsaufbau bewährt. 

Selbst ein wenige Wochen alter Welpe zeigt seinem HF den Weg, wenn er nach den angefügten Regeln weiter oben unter Beachtung des „kontrollierten“ Spurverlaufs trainiert wird.