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Bestätigungsformen 

Kann ich nicht andere Bestätigungsformen nutzen und wenn nein, warum sind diese aus unserer Sicht zum Teil als ungesichert zu betrachten?

Man kann bestimmte Trieb-/ Instinktverhalten nach unserer Erfahrung zu einer arbeitsfähigen Motivation ausnutzen, deren Auslebung in der Regel gezielt über den Spiel- und Beutebereich gesteuert sowie gefördert werden.

 

Nur in diesem Bereich, wir möchten es Ressourcen nennen, wird der Hund mit einem gezielten Zuwerfen des MO´s bestätigt. Die angedachte Ausbildungsform soll diese Ressourcen für den Hund sowie den HF verwalten und der auslösende Reiz für das lohnenswerte Verhalten ist die konditionierte Bestätigungsweise. Vorteil ist die Trennung der beiden motivationsfördernden Maßgaben, auf der einen Seite das Triebverhalten des Hundes und parallel dazu die Grundlagenvermittlung im Bereich des Verbellens.  

Der auf ein Beutestück konditionierte Hund wird mit Spiel- und Bringübungen zu einem gemeinsamen Spiel mit dem HF aufgefordert. Es wird eine Arbeitsgrundlage geschaffen. Unter Ausnutzung des Beutetriebes erhält man bei gezielter Förderung eine fortlaufende Steigerung des „HabenWollens“ (innere Bereitschaft, siehe auch Motivationsorganigramm) bis zum gewünschten Suchtverhalten. Im Fortlauf dieser gezielten Arbeitsform ist dieses Suchtverhalten für weitere Verhaltensverkettungen notwendig, damit entscheidende Steigerungen im Bereich der Motivationsgrundlage gelegt und bestimmte Reizstimmungen des Hundes, hier Aggressionsverhalten, kanalisiert werden können. Entscheidend an dieser Stelle ist auch das Timing von bestätigungswürdigen, gewünschten Handlungen des Hundes, die gezielt durch den HF herbeigeführt werden.

Im Gegenpart dazu die Futterbestätigung. Dem Futterhund kann die Bestätigungsform  Futter klar gemacht werden, sein Interesse daran sowie die Intensität des „Haben Wollens“ lässt sich nur bedingt steigern. (Futterentzug =Hunger). 

Es ist aber möglich die Beutemotivation mit Hilfe von Futter (Preydummy) zu Beginn der Ausbildung zu fördern und so die gewünschte Motivation aufzubauen.

Bei fehlerhaftem Aufbau der Futter- oder der Beutebestätigung führen beide Ausbildungswege ungewollt in Stress- und/ oder Konfliktsituationen. Diese stehen  einer gezielten Ausbildung- und  Einsatzrelevanz im Wege. Frustrations- und Übersprungshandlungen prägen ebenfalls die Verhaltensweisen eines in solcher Fehlkonditionierung  gearbeiteten Hundes.

In Ermangelung einer Kontinuität kann durch ständigen Wechsel der Ausbildungsschritte und dem Schaffen unklarer Situationen bei den Hunden ein Angst- oder Unsicherheitsverhalten aufkommen. Weiterhin führt dieses bei einer nicht zielgerichteten, differenzierten Ausbildung zur Blockade und Löschung konditionierter Handlungsketten. 

Unbestritten bleibt hier zu erwähnen, dass bei einer solchen Arbeitsweise Ergebnisse erzielt werden, sogenannte Zufallsprodukte. Bei näherer Analyse zeigt es sich, dass an dieser Stelle auch eine kontinuierliche Arbeitsform vorliegt, diese aber nicht projizierbar ist auf weitere Ausbildungsschritte, geschweige denn auf die Verhaltensweisen der einzelnen Hunde innerhalb dieser Gruppe angewendet werden kann.

Hieraus resultiert vielfach die gängige Meinung, man müsse seine Ausbildung an die gängigen Hundetypen innerhalb einer solchen Gruppierung anpassen und für jeden Hund den individuellen Weg finden.

Es zeigt sich, dass man durchaus eine Vielzahl an Hunden in diesem Bereich ausbilden kann, allerdings diese in Ermangelung der nötigen Grundvoraussetzungen immer höchsten zweite und dritte Wahl bleiben oder wie auch vielfach zu beobachten, niemals zum eigentlichen Ziel kommen. Auch der Versuch  zur Verbesserung der nicht vorhanden Leistungsfähigkeiten entsprechender Hunde, Trainingsstrukturen anderer erfolgsversprechend arbeitender Hunde zu projizieren, erzeugt in der Regel eher unbefriedigende, wenn nicht gar frustrierende Ergebnisse und Erlebnisse bei Hund, HF und dem Rest der Gruppe.

Vielfach ist bei diesen Hunden ein Leistungsdefizit zu beobachten, welches den einsatzrelevanten Bedingungen in der Realität nicht gerecht wird und auch durch den Hundeführer nicht ausgeglichen werden kann.

Wichtig!

Auf eine gezielte Konditionierung wird besonderes Augenmerk gelegt!