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Das gemeinsame Spiel

Über einen sehr langen Zeitraum hatte ich die Möglichkeit die unterschiedlichsten Hunderassen und deren Welpen zu beobachten. Der Welpe kommt mit einer Grundveranlagung, Neugier und eigenen Interessen auf die Welt.

In den ersten Lebenswochen kann er im gemeinsamen Spiel mit seinen Geschwistern Verhaltensweisen ausleben und sich für bestimmte Situationen trainieren. Dieses Spiel regelt in einer kleinen Gemeinschaft das Zusammenleben. Es ist ein komplexes Regelwerk, was jedem Welpen seinen Platz zuweist. Manche Grenzen können fließend sein und manche werden für unbestimmte Zeit unverrückbar festgelegt. 

Für uns als Menschen ist es nicht möglich, diese Kommunikation unter Hunden nachzustellen. Aus diesem Grunde erscheint es wichtig ein für beide Seiten einfaches Regelwerk zum Einstieg für ein gemeinsames Leben oder eine spezielle Ausbildung zu finden. 


In unserer Ausbildung sehen wir das Spiel als Dreh- und Angelpunkt der Motivationsfindung an. Dafür ist es notwendig, den Hund in seinem Repertoire der angeborenen Verhaltensweisen anzusprechen. Das Spiel zwischen dem Hund und seinem Menschen muss so einfach wie möglich gestaltet sein. Einfache Spiel- und Bringübungen haben sich dafür als vorteilhaft erwiesen. Diese Übungen sind zwangsfrei und werden je nach Interesse des Hundes immer in kurzen Einheiten dargeboten. 



Die Wahl des Motivationsobjektes (MO) ist nur im Aufbau von den Vorlieben des Hundes abhängig. Der eine nimmt ohne Schwierigkeiten einen Ball oder ein Bringsel auf und apportiert dieses. Ein anderer interessiert sich für den Futterbeutel mit Inhalt und trägt diesen. Beides wichtige Grundlagen um die Regeln für ein gemeinsames Spiel aufzustellen. Es ist auch nicht wichtig, dass der Hund formvollendet apportiert, vielmehr sollte hier die Neugier überwiegen. 

Mit wenigen kleinen Übungen liegt es in der Hand des Menschen seinem Hund zu vermitteln, was er mit dem erstmal gewählten MO zu tun hat. Das Spiel beginnt in ganz einfacher Form und sollte für den Hund auch immer ein Spiel bleiben. Das Motivationsobjekt bewegt sich und zieht so die Aufmerksamkeit des Hundes auf sich. Nützlich für eine interessante Bewegung ist die Nutzung einer so genannten Reizangel, an der das MO befestigt wird. 



Immer wenn die Reizangel zum Spiel auffordert, kann der Hund seine Triebveranlagungen ausleben und wir schaffen uns über kleine Übungseinheiten mit Nachlaufen, Erjagen und Tragen eine wichtige Grundlage um dem Hund unsere gewünschten Verhaltensweisen zu vermitteln. Im weiteren Fortschreiten des Spieles ist das MO nur noch an einem Band befestigt und wieder einige Schritte weiter wird ein MO weggeworfen und der Hund nach dem Aufnehmen falls erforderlich mit einem anderen MO zurückgelockt.



Um den Hund konzentriert und aufmerksam zu halten ist die Wahl des Spielortes im Anfang sehr wichtig. Er sollte für den Hund reizarm und ablenkungsfrei sein. Mit zunehmender Sicherheit des Hundes und dem Verstehen der Spielregeln ist es möglich die Spiel- und Bringübungen an jedem aufgesuchten Ort mit den unterschiedlichsten Umwelteinflüssen durchzuführen. 

Dafür ist es wichtig dieses Spiel für den Hund an jedem Ort zuerst ohne Ablenkungen, später mit steigenden Ablenkungen durchzuführen. Das heißt, dass die Übungsbereiche einem ständigen Wechsel unterzogen werden um den Erfahrungswert des Hundes zwanglos steigern zu können. Weiterhin kann über dieses einfache Spiel die Motivation für weitere Ausbildungsvorhaben überprüft werden um zu sehen in welchen Bereichen Einschränkungen des Spielpartner Hund dem entgegenstehen. 

Hier kommen dann die Eignungskriterien zum tragen.