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Eine Motivationsgrundlage schaffen...

Der Hund wird mit den unterschiedlichsten Eigenschaften und Charakteren geboren. Schon in der Wurfkiste kann man diese beobachten. Wenn die ersten Erkundungen im näheren Umfeld der Wurfkiste beginnen, zeigt sich, welche Interessen zum Zeitpunkt der Beobachtungen die Welpen bewegen. Auch Unsicherheiten vor neuem, eventuell unbekannten Geräuschen, sind erkennbar. Das Begleiten eines Wurfes ist interessant und je nach Bestimmung beginnt bei der Aufzucht durch den Züchter das Legen des Grundsteins für den späteren Job.


Ab der 6. Woche wird es für den zukünftigen Hundeführer interessant den Wurf sich anzuschauen. Je nach eigener Erfahrung erkennt man selbst, welche Charaktere, Temperamente vorliegen. Ist die Entscheidung gefallen, zieht ein Welpen mit seinen schlummernden Fähigkeiten mit frühestens 8. Wochen in unser Leben ein.
Er hat seinen eigenen Kopf, ist durch das gemeinsame Spiel und Austesten seiner Fähigkeiten mit den Wurfgeschwistern vorbelastet. Je nach Rassenzugehörigkeit werden die Welpen auf ihren kommenden Arbeitsauftrag geprägt. Der Jagdhund-Welpe erhält die ersten Erfahrungen mit kleineren Suchspielen an Gerüchen der zu jagenden Tiere. Bei den zur Bewachung und zum Schutz gezüchteten Rassen beginnen recht früh die Spiel- und Beutespiele um den Welpen Erfahrungswerte zu geben. Zum Zeitpunkt der Übergabe durch einen verantwortungsvollen Züchter sind die Welpen gut sozialisiert und zeigen sich aufgeschlossen an allem neuen.


In der neuen Umgebung gibt es für den ausgesuchten Welpen viele interessante Dinge zu erkunden. Wie man das anfängliche Zusammenleben regeln soll, seine eigenen Vorstellungen von Regeln dem Welpen vermittelt, dazu gibt es viele Meinungen. Auch braucht es einiges an Zeit bis sich Regeln und gewünschtes Verhalten sich einstellt.

Über die Jahre haben die unterschiedlichsten Hundecharaktere und Rassen Einzug bei uns gehalten. In der Regel gab es selten einen Kandidaten, der sich durch nervliche Beeinträchtigungen und starken Unsicherheiten auffällig gezeigt hat. Jedoch muss einem bewußt sein, dass der Azubi aus seiner kleinen Welt in eine neue große Welt kommt. Ganz viele Dinge sind neu für ihn und die anfängliche Sicherheit, die er aus der Wurfkiste und seiner alten Umgebung kennt, sind vorbei. Doch auch der gut sozialisierte Welpe zeigt bei neuen Eindrücken und unbekannten Umgebung Nerven, ist unsicher und in seiner Neugier beeinträchtigt.
Über die Jahre haben sich Erfahrungen ergeben, die es in der Aufzucht eines Welpen ermöglichen auf seine Fähigkeiten einzugehen. Erstmal muss man etwas anstossen, muss den Draht zu seinem Hund finden, um seine Fähigkeiten zielgerichtet nutzen zu können.


Für die Ausbildung in der sicheren Anzeige wäre ein Spiel und Beute begeisterter Welpe eine gute Grundvoraussetzung. Schnell hat man mit einem Hund der gerne Gegenstände apportiert, einem Spielzeug nachjagt, eine geeignete Motivationsgrundlage geschaffen. Es muss einfach sein und die Aufmerksamkeit des Hundes ohne große Umstände auf den Hf bringen.


Bei den täglichen Spaziergängen wird ein mit Futter gefüllter Dummy mitgenommen. Auf reizarmen Wiesenflächen wird dann der Hund auf dieses Spielzeug aufmerksam gemacht. Je nach Hundecharakter ist eine Schnur hilfreich um anfängliche Zurückhaltung durch den in Bewegung gebrachten Dummy vergessen zu lassen und ein kleines Jagdspiel beginnen zu können.


Jeden Tag kurze Spieleinheiten, nur wenige Minuten, führen schnell zu einem Wegwerf- und Bringspiel. Wichtig ist nur, dass der Hund sein Spielzeug zu uns zurückbringt und sich nicht selbstbeschäftigt an einem Ort ablegt. Mehr muss es auch für die Ausbildung der sicheren Anzeige nicht sein. Große Varianten benötigt dieses gemeinsame Spiel nicht, vielmehr ist die Beständigkeit ein wichtiger Part um es auch an jedem Ort nutzen zu können. Weiterführende Schritte sind durch Klaus Glöckner in seinem Buch „Der gewaltfreie Weg zum Verbellen“ beschrieben. 


Beim Mantrailing ist es ähnlich. Schon kurz nach dem Einzug beginnt das Training. In der Regel beginnen wir mit Futterbestätigungen und lassen dem Welpen durch Weglauf-Reize die Möglichkeit sich das Futter bei dem Runner zu holen. Weite Wiesenflächen werden bevorzugt um den Welpen nicht unnötig mit Reizüberflutungen zu beeinflussen. 


Durch Wiederholungen an den unterschiedlichsten Orten ergibt sich mit der Zeit eine wichtige Grundlage in der Ausbildungsstruktur auf die man schnell zugreifen und dem Hund auch Sicherheit geben kann. Hier gilt der Grundsatz in gleicher Form, wie bei der sicheren Anzeige.


„Weniger ist mehr.“


Robin und Kevin Kocher haben es in ihrem Buch „How to train a Police Bloodhound“ recht deutlich gemacht, was der Hund mit seinen Fähigkeiten zu leisten vermag. Der umfangreiche Part über die Schaffung einer Motivationsgrundlage durch die Intensities ist wichtig, um den Hund gegen auftretende Ablenkungen bei der Spurenausarbeitung und der Beeinflussung durch den eigenen Hf am Ende der Leine sicher werden zu lassen. Grundlagen ergeben sich nur, wenn man dem Hund die Möglichkeiten gibt mit seinen Fähigkeiten die notwendigen Erfahrungen zu sammeln. Kleine, schnelle, kurzgehaltene Übungen ergeben über die Zeit ein sicheres Fundament, dass beliebig ausgebaut werden kann. Jedoch muss die entsprechende Balance in Sachen Motivation gefunden werden. 


Je ablenkungsrelevanter der Hund sich zeigt, umso mehr an Motivationsarbeit muss einfliessen um ein sicheres Ergebnis erlangen zu können. Die Ausführungen der Autoren ergibt dazu die passende Plattform, die Raum für eigene Vorstellungen und Möglichkeiten lässt zu einem Team zusammen zu wachsen.
Schlussendlich brauchen Ausbildungsschritte Zeit und eigene Erfahrungen um mit seinem Hund kommunizieren zu können. Selbstkritisch muss man sich und seine Ausbildungsschritte betrachten um die Ausbildungsstruktur in beiden Ausbildungsbereichen erfolgreich umsetzen zu können.