Ghosttrail - warum?

Mit den unterschiedlichsten Trainingshintergründen und Meinungen werden Hunde für den Bereich Mantrailing ausgebildet. Recht häufig begegnet man dem Satz „Trust your dog“.

In Trainings häufig genutzt, doch in der Realität passieren Fehler. Die einen versuchen den Hund durch das Wissen über den Verlauf des Trails für seine korrekte Arbeit zu gewinnen. Kontrollzwang ist an dieser Stelle der passende Begriff. Oder nach dem Start beginnt der Hund nach dem Trail zu suchen. Das Tempo wird dem Empfinden des Hundeführers angepasst, damit der Hund keine Abzweigung überrennt. Verstärkt wird dieser Effekt mit einer kurzen Leinenführung, sodass der Hund entgegen seinen Fähigkeiten sich nicht entwickeln kann. „Wer findet hat recht!“ Ebenfalls eine Floskel, die ausgesprochen wird.

Das Training beginnt mit Wissen über den Trailverlauf. In der Regel mit wenig Motivation für den Hund. Diese wissenden Trails dienen dazu ein Gefühl für den Hund zu bekommen. Als geeigneten Trainingsort wählt man dazu die Stadt. Hintergrund: Einsätze ergeben sich dort. Kurze Entdeckertrails geben die Grundlage. In den gewählten Richtungsänderungen werden Markierungen gesetzt, um das Team auf der Spur zu halten. Dazu werden die verschiedensten Belohnungen ausprobiert. Wenn der Hund in angepasstem Tempo zusammen mit dem Hundeführer agiert, geht es auf lange und schwierige Spuren. Die Bodenstrukturen sind erstmal nebensächlich. Mit den Erfahrungen der Trainer über einen Spurverlauf werden mit vielen Schwierigkeiten und Besonderheiten konstruiert. Je schwieriger umso besser für die Erfahrungen. Um es leisten zu können, ist ein Wissender über den Trailverlauf notwendig. Dieser bestätigt im passenden Moment die getroffene Entscheidungen. Durch sein Eingreifen bleibt das Team auf der Spur. Aus diesen kontrollierten Trainings erlangt man als Hundeführer die Erkenntnis, wie der eigene Hund funktioniert. Manipulierte Verhaltensweisen in besonderen Situationen und Momenten moderiert durch einen Dritten, geben die Grundlage für das „Lesen des eigenen Hundes“.

Es hat Einsätzen gegeben, in denen die Entscheidungen und Beurteilungen der Situation falsch gewesen sind. Es hat auch keiner die Entscheidungen bestätigen können. Der eigentlich genutzte Weg der zu suchenden Person ist nicht bekannt. Aus welchem Grund das Team zum Zeitraum X einem Ghosttrail gefolgt ist, kann man nicht klären. Ob nun fehlende Erfahrungen, eine fragwürdige Ausbildungsstruktur dazu geführt haben, bleibt dahingestellt. Im falschen Moment, die falsche Entscheidung getroffen. Jedoch nimmt jeder für sich in Anspruch, dass er das bestmögliche in der Situation getan hat. Sich bestmöglich vorbereitet hat. Auch bestandene Prüfungen mildern aufkommende Fehler nicht ab. Vielmehr zeigt sich, dass verschiedenste Faktoren das eigene Handeln beeinflussen.

Aus eigenen Erfahrungen kann ich beschreiben, dass man am Einsatzort schnell zu einem falschen Urteil kommen kann. Da ist die Gewinnung eines Geruchsartikels als erster Punkt zu nennen. Es ist nicht der mit einem Geruch behaftete Geruchsartikel aus den unzähligen Trainingseinheiten. Bei der Gesinnung stellt man schnell fest, dass viele Personen sich an den exponierten Gegenständen zu schaffen gemacht haben. Je nach Erwartungshaltung zu dem Einsatzes wird einem bewusst, dass mit dem Starten über das gesammelte Kleidungsstück, die wichtige Informationsfindung nicht einfach wird. Es geht nicht wie im Training von Punkt A nach Punkt B. Auch muss der Hund aus dem vermeintlichen Abgangspunkt starten können. Schwerlich gibt es eine fortlaufende Spurlage von dem gewählten Abgangspunkt zu dem eventuellen Auffindeort. Eine Vielzahl an Beeinflussungen macht es dem Team schwer. Zu nennen wären Beeinflussungen durch Thermik, Bebauung, Wind, Tageszeit, etc., von der eigenen Körpersprache mal abgesehen.

Hinweise des Hundes verstehen und danach handeln, muss man in einer Teamarbeit mühsam lernen. Der Hund selbst ist einfach viel weiter, als wir am Ende der Leine. Sich mitziehen lassen, unter stützen, Wege ausschließen und auf den eigentlichen Trailverlauf Rückschlüsse ziehen zu können, ist der Job schlechthin.
Schnell ist das Team auf dem falschen Weg, da die sichernden Wiederholungen von gemeinsamen Handlungsweisen ausbleiben. Wir am Ende der Leine müssen das Entscheiden lernen. Handeln, erkennen, wie der Hund sich möglicherweise entscheidet. Das Verhalten und die Körpersprache ist gleich, egal welche Rasse man sich für die Aufgabe zu eigen macht. Es ist nicht damit getan, einen Wissenden hinter sich zu haben, der uns über den Spurverlauf führt. Es mit eigenem Wissen über den Spurverlauf zu vermeiden, hilft uns auch nicht. Wir müssen die Frustration erfahren, wie es ist, wenn man nicht zum eigentlichen Ziel gelangt. Es geht nicht um die Schwierigkeiten, die wir uns ausdenken. In der Einfachheit der Ausbildungsstruktur liegt die Wahrheit und nicht in dem Satz: „Wer findet hat Recht!“

Robin und Kevin Kocher haben die entscheidenden Hinweise zur Körpersprache des Hundes und einfache Trainingsschritte zusammengefasst. Die Trainingsschritte bringen das Team in die wichtigen Wiederholungen, um Sicherheit im Handeln und Entscheiden zu erlangen. Mit einer Schwierigkeit auf dem Trail motiviert arbeiten. Auf der freien Grünfläche beginnend und an jeder anderen Trainingsörtlichkeit nutzen, schafft Grundlagen. Das eins werden im Team wird mit den beschriebenen Trainingssituationen unterstützt. Der wichtigste Punkt ist das „Lesen des Hundes“. Es ist kein Raten und es ist keine Interpretation. Es verhindert auch keinen Ghosttrail, doch es gibt in vielen Situationen die Sicherheit, um aus dem Verhalten des Hundes Rückschlüsse auf den Trailverlauf zu erlangen. Es geht um das Erlangen von Informationen. Der Fund ist das Tüpfelchen auf dem I.