Das mit dem Lebensmittelpunkt...

Eine Person wird vermisst. Durch die Polizei werden Fahndungs- und Suchmaßnahmen eingeleitet.

Als Einsatzschwerpunkt hat sich über die Jahre die Suche vom häuslichen Wohnumfeld der zu suchenden Personen ergeben. Bei einem solchen Einsatz ist das konzentrierte Geruchsfeld der dort lebenden Person ein Punkt. Es teilt sich in verschiedenste Geruchsintensionen je nach Alter der Spur auf. Denn die Person selbst bewegt sich jeden Tag zu unterschiedlichsten Zeiten an ihrem Wohnort. Da ist der Gang zum Mülleimer, zum Auto, zum Nachbarn, zum Spaziergang, die dieses konzentrierte Geruchsfeld verursachen.

Für den Leser ist es jedoch schwierig, aus einer genutzten Ausbildungsweise, den über Jahre erlangten Erfahrungen eigene Schlüsse ziehen zu können. Recht häufig beginnen mit den unterschiedlichsten Meinungen die Probleme in der Ausbildung. Die Arbeit des Teams wird nicht an den durchgeführten Schwierigkeitstrainings gemessen. Im Realfall ist nicht bekannt und für uns ist auch nicht geklärt, an welcher Stelle sich der Geruch der zu suchenden Person befindet. Der Fund steht dabei nicht im Vordergrund.

Im Zuge der Ausbildung wird man mit den unterschiedlichsten Meinungen konfrontiert. Wenn man einiges kennengelernt hat, ist es einfach, ein passendes Ausbildungskonzept für sich zu wählen. Das klärt sich mit den eigenen Erfahrungen. Ziel ist es, die ausgewählte Hunderasse in ihren Fähigkeiten zu fördern.

Jeder hat seine eigenen Trainingsstrukturen. Zu unseren ein paar Erklärungen vorab. Von Welpenbeinen an lassen wir die Hunde überlagernde Spurlagen ausarbeiten. Auch ist immer die frischeste Spurlage für den Hund zielführend, um an seine Belohnung zu kommen. Das Trainingsgebiet wird mehrfach mit den Übungen und Aufgaben durchlaufen. Das Wissen um deren Verlauf ist nicht von Bedeutung, da es vielmehr auf die gezeigten Verhaltensweisen ankommt. Mit den zeitlich eng zusammenliegende Spurverläufe kann der Hund umgehen. Wichtig dabei sind kleine Aufgaben und ein gutes Maß an Motivation. Um dies zu erreichen, werden gerade zu Beginn Übungen eingebracht, die mit einem vorgesetzten Reiz und nur einer Schwierigkeit erledigt werden können. Bei den Aufgaben geht es nicht, um mannigfaltige Schwierigkeiten zu erarbeiten. Vielmehr ist die Schnelligkeit in den Übungen wichtig, um den Hund sicher werden zu lassen. Kurze, schnelle Übungen gleich schneller Erfolg. Schon als Welpen hat der Hund die Fähigkeit, Spuren zu verfolgen. Das, was uns am Ende der Leine fehlt, loszulassen und dem Hund folgen, den Kontrollzwang aufgeben, müssen wir in diesen kleinen Übungen als Erfahrung erleben. Die Wiederholungen geben uns die Möglichkeit den Hund in klaren Übungen zu verstehen und zusammen mit ihm auch blind zu arbeiten. Große freie Grünflächen geben dazu die Möglichkeit um, zum einen den Hund sich entfalten zu lassen und uns, ihm schnell folgen zu können. Werden die Übungen anspruchsvoller, reguliert sich auch die Geschwindigkeit.

So gestalten sich seit vielen Jahren unsere Trainings. In dem Hauptbewegungsfeld werden die stark kontaminierten Grünflächen für die wichtigen und notwendigen Startsequenzen genutzt. Hat der Hund Schwierigkeiten beim Starten, dann wird es im Realfall zu einem nicht zu lösenden Problem. An unsere Belastungsgrenzen stoßen wir schnell und es hat wenig mit den Fähigkeiten des Hundes zu tun. Vielmehr haben wir zu keinem Zeitpunkt gelernt, im Verlauf einer Spurlage bei aufkommenden Schwierigkeiten Entscheidungen zu treffen. Nur weil mir einer sagt, dass ich richtig oder falsch bin, hab ich nicht gelernt, mit dem Hund zusammen zu arbeiten. Auch lerne ich nicht, den Hund in seinem Verhalten zu verstehen. So kann ich recht früh mit meinem Welpen, Junghund oder auch älteren Hund an der Zusammenarbeit arbeiten. Der Runner läuft je nach Aufgabe seine Spur und es werden keine Eckpunkte abgesprochen.

Rückblickend haben diese Trainingsstrukturen in so manchem Einsatz dazu geführt, dass einem die Informationen des Hundes hilfreich waren. Die Person dann nach späteren Besprechungen schnell aufgefunden werden konnte. Das Lesen des Hundes selbst ist ein wichtiger Punkt. Wenn ich nicht verstehe, was der Hund am vorderen Ende gerade macht; ist er fokussiert auf der Spur; ist er privat unterwegs; hat er Schwierigkeiten; haben wir die Spur verloren; dann komme ich über diese Informationen nicht zum Ziel.

Lasse ich die Einsätze in dem Bereich des Wohnbereiches Revue passieren, dann haben wir im Team mit den unterschiedlichsten Hunderassen und -charakteren und der Art des „Lesens des Hundes“ Ergebnisse erlangen können. Mit den durch den Hund gezeigten headturns, cutbacks, circles, beginner circle, flowing negatives war es möglich, Rückschlüsse auf den gegangenen Weg der zu suchenden Person zu bekommen.