Kann der Hund nicht auch langsam riechen….

Ein bei Hundeführer im Bereich des Trailens immer wieder geführtes Streitgespräch. 

„Das Tempo des Hundes auf der Spur“.

Soll es nun langsam sein oder mit einem schnellen Tempo beginnen? Konzentriert?

Die Frage, was hat Geschwindigkeit mit Trailen zu tun? Die Meinungen gehen da weit auseinander. Das ist an diesem Punkt die Frage. 

Nicht jeder Hund ist von seinem Typ her ein „schneller“ Hund. Manch einer geht seinen eigenen Interessen nach. Damit gibt es das ein oder andere Motivationsproblem, dass recht schnell in dem komplexen Bereich der Trainings bewältigt werden muss.

Die Überlegung dieser Ausbildung geht dahin, dass der Focus auf die Spur gelegt wird. Um eine Motivationsgrundlage zu schaffen, nutzen wir gerade um Ablenkungen, die durch das Eigeninteresse des Hundes, verstärkt auftreten, als Einstieg und Festigung der Motivation den “Intensity”.

Das heißt, dass der Hund den zu suchenden Helfer bei einem gut gewählten Sichtausschluss weglaufen sieht und wird dann in dem folgenden Jagdspiel auf die Spur des zu suchenden Helfers gesetzt. Wir wünschen einen selbstständig arbeitenden Hund, der sich auf die Spur begibt und zielstrebig den Laufweg abläuft.

Bei jedem Training beginnen wir mit dieser einfachen Motivationsübung, so wird eine stabile Motivationsgrundlage geschaffen. Sie werden je nach Ausbildungsstand dem Verhalten des Hundes angepasst. Ziel ist es, den Hund mittels selbstbelohnender Handlungen an die menschliche Spur zu binden. Er soll sich durch nichts ablenken lassen und der Spur kompromisslos folgen. Während seiner Aktionen zeigt der Hund fundamentale Bewegungsmuster, die dem Hf notwendige Informationen liefern, wo der Trailverlauf nicht ist.

Weiterhin dient die Motivationsübung, die in drei Variationen

- Intensity
- Delayed Start Intensity
- Scent Atricle Start Intensity

dazu, eventuelle Problemstellungen zu bearbeiten. Eine hohe Motivation zeigt sehr schnell auf, was der Hund zu leisten im Stande ist. An der Stelle sei angemerkt, dass bei dem Grundlagentraining der Trailverlauf eine Gerade und eine Richtungsänderung ist. Bei den Intensities geht es nicht darum über eine Distanz mit vielen Schwierigkeiten zu kommen. Der Hund soll sich sicher auf der Geruchsspur bewegen, dass selbstständig und kontrolliert.

Der Hund lernt sich auf der individuellen Geruchsspur zu bewegen. Das heißt für den HF nicht, dass er ebenfalls hinter seinem Hund her rennen muss. Der HF kontrolliert den Leinenzug und wird aufgrund der eingeforderten Motivation sehr schnell durch das Verhalten des Hundes auf mögliche Richtungsänderungen aufmerksam. Der Hund arbeitet selbstständig und wird nicht durch ein indirektes oder unbewusstes Verhalten des HF (Tempo reduzieren, HF hält die Spur, Stehen bleiben des HF bei Spurverlust, longieren des Hundes,…) geführt oder gar auf die Spur zurückgebracht. Es ist ein dynamisches Zusammenarbeiten. Je höher die Motivationsgrundlage aufgebaut werden kann, umso deutlicher und fokussierter zeigt der Hund sich auf der menschlichen Individualspur. 

Diese Arbeitsweise fordert Hund und auch HF. Der Hund erhält nach recht kurzer Zeit seine Selbstständigkeit in dem Jagdspiel.

Je besser man sich an einfache Übungen hält, umso sicherer wird der Hund auf den motiviert eingeforderten Übungseinlagen. Weniger ist manchmal mehr, da recht wird eine tragende Rolle am Ende der Leine spielen. Der Hund ist recht schnell mit seinen Fähigkeiten auf der Spur unterwegs. Uns jedoch fällt es schwer dem Hund das nötige Vertrauen entgegen zu bringen. 

Haben wir uns darauf trainiert und der Hund seinen Job verstanden, dann fällt das lesen der fundamentalen Bewegungsmuster uns am Ende der Leine leicht.

Bei wachsendem Verständnis und aufkommenden Fehlerquotienten kann man den Hund mittels leichter Korrekturen (bewusstes, gezieltes Verhalten) bei gänzlichem Spurverlust und ungestümen Rennen in die falsche Richtung korrigiert. Das funktioniert auch nur, wenn der Hund seinen Job verstanden hat.

Dazu ist es wichtig in klaren und einfachen Übungen dem Hund seine Fähigkeiten abzuverlangen. Freie, große Grünflächen vereinfachen die Grundlagenarbeit und die Schaffung einer stabilen Motivationsgrundlage.

An diesem Punkt kann man dann das Verständnis zum Verhalten des Hundes bewußt ohne Wissen des Trailverlaufs für das eigenen Vertrauen beginnen.

Für die eigentliche Konditionierung muss der HF wenig von dem Spurverlauf kennen. Es ist eine Grade und im Anschluss eine Richtungsänderung. Der Hund selber muss dann aufzeigen, wo der Spurverlauf sich verändert. **

**Das Überlaufen einer Richtungsänderung ist gewünscht, da der Hund, sofern er seinen Job verstanden hat, recht deutlich von seinen Verhaltensweisen zu lesen ist. **

Der Hund wird recht früh in die Selbstständigkeit entlassen und der Hf kann in den einfachen, kleinen Übungen das Lesen des Hundeverhaltens sich aneignen.

Falsch wäre es, wenn der HF den Hund auf die verlorene Spur zurückbringt und ihm den weiteren Verlauf zeigt. Der deutliche Negativ mit anschließendem Kreisen verdeutlicht dem Hf, dass sich auf dem Spurverlauf etwas verändert hat.

Je intensiver nun die Intensities für den Focus genutzt werden, umso deutlicher zeigt der Hund durch seine Körpersprache an, was passiert ist. Das Lesen des Hundes wird einfacher je mehr Intensität auf das Verfolgen von verschieden langen Spurverläufen gelegt wird.

Bei einer stabilen Motivationsgrundlage arbeitet der Hund auch die weiterführenden Start Intensity Trails motiviert aus. Siehe dazu den Artikel „Der Towel-Trick“.

Der schnelle Wechsel zwischen „den Trail“ haben und verlieren wird deutlich und der Hund erreicht auf eine einfache und simple Weise durch diese Arbeit eine gewisse “Spurtreue”. 

Die Motivation hoch zu setzen heißt nicht, dass das Team nun über große Distanzen rennen muss. Es macht den Hund sicher in seinem Handeln und ermöglicht es dem HF seinen Hund besser zu lesen.

Weiterhin blendet der Hund beeinflussende Ablenkungen aus und arbeitet intensiv auf der menschlichen Individualspur. 

Das Tempo mag in den einen oder anderen Spurverläufen nach dieser Arbeitsform ungestüm und auch schnell sein. Die schnellen Wechsel sind für den HF mehr als deutlich und die Arbeit des Hundes führt bei den kleinen Schrittfolgen sehr schnell zu einem annehmbaren und nutzbaren Ergebnis in der Suche nach Personen.

Das heißt nicht, dass der Hund einen langen Trail in diesem Tempo ausarbeitet. Angepasst an die Situation, den Schwierigkeiten und Ablenkungen zeigt der Hund im weiteren Verlauf nach dem Start ein recht moderates Arbeitstempo, dem der HF mit schnellen Schritten folgen kann. Je schwieriger das Umfeld und die Ablenkungen auf den Hund wirken, umso motivierter sollte er in der stabilen Motivationsgrundlage sein.