Es ist ein Puzzle

Ausbildung ist wie ein Puzzle. Je nach Philosophie und Verständnis beginnt man gerade als Anfänger mit 10000 Teilen und mehr um dem Hund einen Job zu vermitteln. Im Zuge der Ausbildung versucht man für alle Eventualitäten einen Ausbildungsweg zu finden um für den Realfall gerüstet zu sein.

Da werden in situativen Trainingsszenarien Ablenkungen und Schwierigkeiten trainiert oder alte Trails, Kreuzungen, der Double Blinds darf nicht fehlen. Auch beliebt, Trailverläufe an Fressbuden vorbei. Der Hund soll lernen, die auf dem Boden liegenden Wurststücke und Fritten zu ignorieren. 

Die Vorgehensweise wird durch mehr oder weniger Hilfestellungen von außen dem Team vermittelt. Hilfsmittel, wie den wissenden Backup sind wichtig. In jedem Training zum Ende, sprich zum Fund, zu kommen ein Muss.

In der Regel hat man von den anfänglich 10000 Teilen nur Bruchstücke zusammen gefügt und schwebt recht häufig weiter im Raum der Unsicherheit. Das „Lesen des Hundes“ abgestellt auf gezeigte Besonderheiten des einzelnen Individuums, dass an der Leine vor dem Hf läuft, macht es schlussendlich nicht einfacher. Im gesicherten Umfeld eines Themenseminars werden bei der Ausarbeitung weitere Besonderheiten am Verhalten des Hundes bemerkt. 

Bei aufkommenden Problemstellungen setzt man, auch wenn man es nicht wahr haben will, weitere Puzzles an. Es wird an einem Problem trainiert. Techniken und Verständnis für das eigentliche Problem kreieren das Trainingsszenario. Den Trailverlauf so legen, dass der Hf sein aufgekommenes Problem bearbeiten kann. 

Das eine nicht beendet, läuft man schnell Gefahr sich in den Weiten der unterschiedlichen Meinungen und angehängten Puzzle zu verrennen. Es wird eine Trainingsstruktur zusammengefügt, die nur wenig Basis erhält. Wichtig ist aufkommenden Schwierigkeiten wie auch Ablenkungen begegnen zu können. 

Der Anspruch liegt auf schwer muss es sein, lang und alt, dann hat man das passende Trainingsprogramm um für den Realfall auf die Trail zu kommen. Das Training ist auf das zu erreichende Ziel, den Fund ausgerichtet.

Das Puzzle ist weitaus kleiner, wie so manchen denken. Für alle Eventualitäten kann der Hund nicht trainiert werden. Vielmehr weis keiner, was in einem Realfall auf das Team zukommt und von aussen auf die Arbeit einwirkt. Erfahrungen müssen gemacht werden, dafür ist ein Training da.

Das Puzzle was man erarbeiten muss, hat etwa 10 Puzzleteile. Die gilt es sinnvoll zusammen zufügen. Das WIE ist der entscheidende Punkt. Die Puzzleteile sind recht einfach zu benennen.

Eins davon ist der Part der Motivation. Ein anderes hat mit dem Verständnis des Hf zum Hund zu tun. Ein weiteres ist die Einfachheit der Aufgaben. Das nächste befasst sich mit vertrauensbildenden Trainingsgrundlagen, somit entfällt das Testen des Teams in einem Double Blind. Dann kommt das Equipment,, die Wahl der Trainingsörtlichkeiten, Sicherheit schaffen, Wiederholungen einfügen, eigene Erfahrungen machen. 

Es ist einfacher, dass Training mit den wenigen Puzzleteilen zu gestalten um einen sicheren Hund zu bekommen. Ein Hund, der selbstständig auf einer freien Grünfläche eine 200m lange Spurlage mit einer Richtungsänderung sicher verfolgt, schafft Vertrauen auf Seiten des Hf. Insbesondere dann, wenn man von Welpenbeinen an, solche kleinen Aufgaben reproduziert. 

Auch bei einem solchen Trainingsaufbau ergeben sich Schwierigkeiten, es läut nicht immer wie an der Schnur gezogen. Der Hund selbst ist wenig unpässlich. Der Hf hat da schon mehr Schwierigkeiten sich emotionsfrei auf Gegebenheiten einzulassen um seine Erfahrungen wachsen zulassen. Im Zuge folgender Wiederholungen an den unterschiedlichsten Trainingsörtlichkeiten wächst das Vertrauen zwischen den ungleichen Partnern. 

Doch lernen beide in einem gleichbleibenden Kontext, wenn der Hf die Fähigkeiten seines Hundes nutzt und ihn nicht ständig mit einem Kontrollzwang zwecks Spurtreue zu kontrollieren versucht. 

Daher ist es wichtig sich die Sicherheit und die Fähigkeiten des Hundes immer wieder über die schon erwähnte Übung auf der freien Wiesenfläche als Grundlage für eintretende Korrekturmaßnahmen zu erhalten. Ist der Hund sicher und motiviert auf der kurzen Trail unterwegs, fördert man seine eigene Sicherheit. Der Hf selbst kann bei solch kleinen Übungen seine Erfahrungen und sein Handling verbessern. Dazu braucht es keine langen Spurverläufe, die mit vielen Schwierigkeiten gespickt sind. 

Die unterschiedlichen Meinungen, gefolgt von dem ganzen Chichi rund um das Thema und den verschiedensten Philosophien frustrieren nicht nur Hund, sondern auch den Hf. Eine Odyssee beginnt, die beiden nicht weiter hilft. Vielmehr hat man schon durch das nicht beenden der Eingangs erwähnten 10000 Teile Puzzle mehr als eine Baustelle geschaffen. 

Trainiert man keine Grundlage, dann ist der erste Gedanke Eventualitäten zu trainieren. Einen Pool anlässlich eines situativen Trainingsszenarios trainieren zu müssen, hat sich nicht bewährt. Gleiches gilt für schwierige Startsequenzen. Ist man seinem Hund nicht sicher, dann läuft man Gefahr Fehlerquellen erst gar nicht oder möglicherweise sehr spät zu erkennen. Beginnt man früh mit dem ausschleichen des Wissens über den Spurverlauf, wird das Miteinander harmonischer.

Ist der Hund sicher in seinem Tun, dann muss man nichts über den Verlauf der Trail wissen. Das Lesen der fundamentalen Bewegungsformen trifft auf jede Hunderasse zu, auch wenn es viele nicht wahr haben wollen. In dem Moment, wo sich etwas im Verlauf der Spur verändert, zeigt es der Hund durch sein Verhalten an. Durch die unterschiedlichsten Sichtweisen fehlt es an dem Punkt an Klarheit. Ausbildung muss einfach sein.

Manchmal ist weniger mehr.